Peter D. Zettel
Zen und Management

Prolog

Was macht mich zu dem, was ich bin?
Was macht mich aus?
Was ist zu tun?

Das sind die Fragen, die ich mir in meinem Leben immer wieder gestellt habe. An erster Stelle stand dabei nicht die Frage, was ich erreichen wollte, sondern die Frage, was ich tun muss, um wirklich ich selbst zu sein.

Im Grunde meines Herzens wollte ich immer nur ‚Ich’ sein, doch, weil ich das nicht zu fassen bekam, lies ich mich treiben, wurde ein Getriebener. Materielle Ziele waren nur ein Ersatz, weil das eigentliche Ziel immer unerreichbarer wurde.

Selbstverständnis ...

Ich versuchte mich und die Welt zu verstehen, bewunderte im Stillen die Menschen, die zu wissen schienen, wo es langgeht, obwohl ich sie im Grunde meines Herzens ablehnte. Nach einer bewegten Jugend, die mich von einem Extrem zum anderen brachte, wurde ich eher zufällig Jurist, Anwalt und Unternehmensberater.

Es ergab sich eben so. Und weil ich darin gut war, blieb ich dabei. Nun tun sich Juristen als Politiker bekanntlich leicht, also ging ich auch in die Politik. Ich war – das weiß ich heute – auf der Flucht vor mir selbst. Irgend etwas stimmte definitiv nicht.

Also fing ich an, nach Antworten zu suchen. Erkundete, wer meine Eltern wirklich waren. Wo ich herkam. Und begann bald zu erkennen, dass ich nicht alleine auf der Suche war. Vielen ging es wie mir. Aber wirklich weiter half mir das nicht.

... und Selbsterkenntnis

Ich sah die Welt um mich herum klarer, aber die Frage nach dem ‚warum’ blieb unbeantwortet, ich selbst funktionierte immer weniger; die Kompatibilität zu dem normalen Leben wurde immer brüchiger.

Das war die Zeit, in der ich zu dem zurückfand, was mich in meiner Jugend beschäftigte, die Frage danach, was die Welt bewegt. Ich beschäftigte mich wieder mit den Gedanken des Zen. Und da ich auch 6 Semester Physik studiert hatte, viel es mir leicht, die Parallelen zwischen Zen und den Erkenntnissen der Quantenphysiker zu sehen.

Mein Weltbild – damit beginnt es – und damit mein Selbstbild, mein Selbstverständnis, veränderten sich zusehends. Dazu kamen mit der Zeit die Erkenntnisse der Neurowissenschaftler, der Soziologen, der Systemiker und der Bewusstseinsforscher hinzu.

Ich hatte das große Glück, dass über meinen beruflichen und privaten Lebensweg alle Bausteine da waren, die ich brauchte, um grundsätzliche Zusammenhänge erkennen zu können – und zum Schluss mich selbst.

Das ‚ich’ und das ‚wir’ sind getrennt und doch eins

Doch wie zurück in die ‚normale’ Welt finden, die so ganz anders dachte? Es waren verschiedene Dinge, die mir dabei halfen, den Weg zurück zu finden.

Eine besondere Rolle spielt dabei der Film ‚Der letzte Samurai’. Darin konnte ich meine eigene Geschichte erkennen. Vom Scheitern, Verzweifeln und sich selbst Wiederfinden in der Welt. Die Botschaft des Samurai-Mythos ist schnell erzählt:

Den Frieden, den wir suchen, finden wir nur im Einklang mit der Welt.