Zen und Management

Was bewegt die Welt?

‚Money makes the world go round’, singt Liza Minelli in dem Film ‚Cabaret’ – doch ist das wirklich so? Oder ist es eher die Einstellung von Bruce Lee oder Vernon Kitabu Turner, die sagen, dass die Meisterschaft schon da ist, wir sie nur erkennen müssen? Und was sagt die moderne Wissenschaft dazu?

Und jetzt wird es richtig spannend. Wir wissen heute, dass wir für wirklich halten, woran wir glauben – und nicht, weil es auch tatsächlich wirklich wäre. Entscheidend ist zu wissen, wie dieser Mechanismus funktioniert, beziehungsweise, wie er initiiert werden kann. Dazu ein Beispiel aus der jüngsten Geschichte: Die ehemalige DDR: Die Menschen hielten es für wichtig und demzufolge auch für richtig, die Klappe zu halten, nicht aufzufallen und zu schauen, dass sie irgendwie durchkamen.

Bedeutsamkeit ist entscheidend

Das System hat so lange funktioniert, bis eine Generation kam, die andere Dinge als bisher für bedeutsam hielt. Und auf einmal wacht das ganze Land auf, nimmt die alten »Säcke« mit – und das politische System weiß nicht mehr, wie es damit umgehen soll.

Was ist passiert? Eigentlich nichts Dramatisches. Nur dass die Menschen begannen, etwas für bedeutsamer zu halten als bisher. Sie hatten einfach die Schnauze voll davon, wie es war. Sie hatten keine Lust mehr, so weiter zu machen wie bisher.

Persönliche, aber auch wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungsprozesse laufen über die Bedeutsamkeit, die wir für uns zu erkennen in der Lage sind. Und nicht, weil uns jemand sagt, es wäre richtig dieses oder jenes zu tun. Die Frage ist, wie lange es dauert, bis hinreichend viele Menschen etwas Anderes als bisher bedeutsam finden.

Es gibt keine ‚Lösung‘, nur Einsicht hilft

Also hören wir endlich auf zu glauben, dass irgend jemand schon die richtige Erfindung machen oder Politik und Wirtschaft uns retten würden. Zwischenzeitlich sind die Probleme so komplex geworden, ob Klimaveränderung oder Verschmutzung der Weltmeere, dass niemand glauben darf, dass einer oder eine Gruppe alleine die Probleme der Welt lösen könnte. Niemand wird es tun – und auch nicht können –, wenn nicht wir selbst.

Wir müssen keineswegs von Anfang an wissen wie. Wir müssen nur anfangen, anders zu leben. Und das beginnt mit dem, was wir für bedeutsam halten. Warum das so wichtig ist? Weil sich damit auch unser Gehirn anders gestaltet. Neuroplastizität nennen das die Wissenschaftler.

Das Gehirn entwickelt sich entlang der Strukturen der Bedeutsamkeit, die ein Mensch im Laufe seines Lebens erkennt. Ändert sich diese, ändert sich auch das Gehirn. Findet ein Mensch nicht mehr Fußball wichtig, sondern seinen Garten, verändert sich sein Gehirn. Geht einem Menschen etwas unter die Haut, spiegelt sich das in seinem Gehirn wieder.

Die Welt ist, was wir denken

Also ist die Welt, in der wir leben exakt so, wie wir denken. Begeisterten wir uns für etwas Anderes, werden wir auch anders denken.

Viele leben noch Ersatzbefriedigungen, Dinge, die sie brauchen, weil es ihnen nicht wirklich gut geht – bis dann irgend etwas geschieht, das sie zwingt anders zu handeln. Oder bis die Menschen merken, dass sie das Leben nicht für das nutzen, wofür sie es eigentlich nutzen wollen, sie nicht so leben, wie sie leben könnten – und (eigentlich) auch wollen!

Noch wird diese Frage verdrängt, viele Menschen wissen nicht, wofür sie gerne unterwegs wären. Und fallen mangels eigener Orientierung auf die herein, die ihnen vorgaukeln, sie wüssten, wo es langgeht. Was wir brauchen ist die richtige Ausrichtung. Und – zuerst – das Wissen und das Bewusstsein für diese Zusammenhänge!

Das Ende der Fahnenstange ist erreicht

Der fatalistische Terrorismus in der Welt ist nicht das Problem, sondern ein Hinweis darauf, worum es tatsächlich geht: Nämlich, dass viele Menschen nicht das haben, wonach sie sich im Grunde ihres Herzen sehnen: Orientierung; etwas, wofür es sich zu leben lohnt.

Es ist an der Zeit aufzuwachen und zu sehen, worum es geht. Es geht nicht mehr um unser persönliches Wohlergehen. Es geht definitiv um mehr. Wenn es für uns wirklich bedeutsam ist und wir nicht nur darüber reden, werden wir mit der Zeit in einer anderen Welt leben, einer Welt, die unseren Vorstellungen entspricht.

Also hören wir auf, darüber zu reden. Tun wir was. Bevor die etwas tun, die nicht über die Folgen ihres Tuns nachdenken. Wir müssen das Richtige tun. Das ist unsere wahre Freiheit:

Das Richtige nicht nur denken, sondern auch tun.